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Neue Erkenntnisse: Auch Steinzeit-Europäer fütterten ihre Babys mit "Saugflaschen"

Antike Saugflasche
Modernes Baby trinkt aus einer rekonstruierten Tasse, wie sie für die Ernährung von Steinzeitbabys verwendet wurde. Foto: Helena Seidl da Fonseca

Ein Forscherteam der Universität Bristol hat den ersten Beweis dafür gefunden, dass Babys in der Antike mit Tiermilch gefüttert wurden, wobei das Äquivalent zu modernen Saugflaschen verwendet wurde.

Vor etwa 7.000 Jahren, während der Neolithikum oder Neolithikumkamen in Europa spezielle Tassen auf, die möglicherweise zum Füttern von Säuglingen verwendet wurden. Während der Bronze- und Eisenzeit wurden diese Becher immer häufiger, aber es ist nicht möglich, mit Sicherheit zu sagen, wie sie verwendet wurden.

Die kleinen Becher sind meist so gestaltet, dass ein Baby sie selbst halten kann, und sie haben eine kleine Ausgusstülle, durch die Flüssigkeit gesaugt werden kann. Wie Sie auf dem Bild unten von bronzezeitlichen Bechern sehen können, waren sie manchmal wie Tiere geformt.

Spätbronzezeitliche Becher, die in Vösendorf, Österreich, gefunden wurden und zum Füttern von Säuglingen dienten. Foto: Enver-Hirsch, Wien Museum

Nun haben Forscher untersucht, ob diese Becher tatsächlich zum Füttern von Babys verwendet wurden. Für die Studie wurden drei Exemplare ausgewählt, die in Kindergräbern in Bayern, Deutschland, gefunden wurden. Durch chemische und isotopische Analysen von Flüssigkeitsresten aus dem Inneren der Gefäße konnten die Forscher die Flüssigkeiten nun erstmals als Milch von Kühen, Schafen und Ziegen identifizieren.

Ist das nicht faszinierend?

Es ist lustig, dass ich auch heute noch, wenn ich das Wort "Steinzeit" höre, instinktiv das Bild eines primitiven Höhlenmenschen heraufbeschwöre, mit einem Holzhammer in der einen Hand, der eine Frau an den Haaren zieht, mit der anderen. Das habe ich wohl "The Flintstones" zu verdanken.

Unsere Vorfahren waren viel anspruchsvoller als das. Das ist nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass der Mensch schon in der Steinzeit die gleiche kognitive Kapazität, die gleiche Fähigkeit zu denken, besaß wie ein moderner Mensch.

Diese Entdeckung erinnert auch an die Fülle moderner, verarbeiteter Pulverersatzstoffe in den Ladenregalen, deren Inhaltsstoffetiketten einen schwindelig machen können. Ist es nicht seltsam, dass wir "plötzlich" den Einkaufswagen mit laborgefertigter Säuglingsnahrung füllen müssen, wenn Homo sapiens (d. h. wir, der moderne Mensch) haben ohne sie in buchstäblich Hunderttausende von Jahren? Ergibt das einen Sinn? Ist es wirklich die beste, nahrhafteste und gesündeste Option für kleine Kinder in ihrem grundlegendsten Entwicklungsstadium im Leben?

Ich bin nicht überzeugt. Das Beste für ein Kind ist natürlich die eigene Milch der Mutter. Die nächstbeste Lösung? Wenn man den Jahrtausende alten Erfahrungen Glauben schenken will, könnte man eine Basis aus fett- und nährstoffreicher Kuhmilch, Schafs- oder Ziegenmilch vorschlagen. Es ist uralt.

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2 Idee über “Nya rön: Stenålderns européer matade också sina bebisar med ”nappflaska”

    • Daniel Sjöberg sagt:

      Hallo Liebe! Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass es in der Steinzeit keine alten Männer und Frauen gab. Dies ist natürlich nicht wahr. Die niedrige Lebenserwartung ist darauf zurückzuführen, dass so viele Menschen als Neugeborene oder kleine Kinder starben, was eine solche Zahl ernsthaft irreführend macht. Hat man die Kindheit überlebt, war es selbst in der Steinzeit gar nicht so ungewöhnlich, 70 Jahre und älter zu werden, wie unter anderem eine Studie aus dem Jahr 2007 im Population and Development Review zeigt.

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